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DIATRA Kompass – September 2026

Was ist los bei Nierenmedizin, Transplantation, Organ- und Gewebespende und Gesundheitspolitik? Der DIATRA Kompass September 2026 schaut auf die wichtigsten Entwicklungen – und darauf, was sie für Betroffene, Angehörige und Fachkreise bedeuten.
DIATRA Kompass – September 2026

Aktuelle Entwicklungen für Patient:innen, Angehörige und Fachkreise

Hallo!
Seit unserem letzten DIATRA-Kompass im Juli ist viel passiert: Am 13. August haben 245 Abgeordnete aus mehreren Fraktionen den Gesetzentwurf zur Widerspruchsregelung in den Bundestag eingebracht. Neue Zahlen von Eurotransplant zeigen mehr Spender:innen und Organe in Deutschland – aber keine Entwarnung trotz kürzerer Warteliste, dazu mehr unten.

Und: Unsere neue DIATRA 3-2026 mit zwei zusätzlichen Rubriken - Gesundheitspolitik und Meinungen & Impulse - ist erschienen.

Die Ausgabe versammelt Fachbeiträge, Interviews und persönliche Geschichten. Einen Teil schicken wir auch an die 630 Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Exklusive Beiträge unserer Autor:innen und Artikel der DIATRA-Redaktion zeigen, dass hinter gesundheitspolitischen Entscheidungen und jeder Zahl Menschen stehen.
→ Die neue DIATRA 3-2026

40–35–5–0:
40 Jahre DIATRA-Verlag, 35 Jahre DIATRA und fünf Jahre Gemeinnützigkeit: Wir schauen kurz zurück – und dann auf die Fragen, die heute auf dem Tisch liegen.
→ 40–35–5–0: Drei Jubiläen, eine Mission


Widerspruchsregelung: Jetzt wird beraten

Mit dem Gesetzentwurf beginnt die parlamentarische Beratung. Entschieden ist noch nichts. Die Widerspruchsregelung schafft nicht automatisch mehr Organe, kann jedoch ein unverzichtbarer Baustein sein. Damit sie Wirkung entfalten kann, braucht es aber auch Spendererkennung, qualifiziertes Personal und gute Gespräche mit Angehörigen.

Einen Faktencheck gab es in der Bundestagsdebatte nicht. Wir haben ihn nachgeholt und zentrale Aussagen zur Widerspruchsregelung, zur Hirntoddiagnostik und zur Warteliste geprüft.

→ Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht

→ Der Faktencheck, den es im Bundestag nicht gab

Bei unserem Online-Netzwerktreffen am 27. August mit Dr. Sabine Dittmar und Prof. Dr. Norman Uhlmann ging es um den Gesetzentwurf, das Organ- und Gewebespende-Register und darum, wie Betroffene, Angehörige, Patientenorganisationen und Fachleute die parlamentarische Beratung begleiten können.

Zur Sprache kamen Menschen auf Wartelisten, Transplantierte und Angehörige möglicher Spender:innen. Wartelistenzahlen sind wichtig, sie zeigen aber nicht, was jahrelanges Warten mit einem Leben macht. Genau das sollten die Abgeordneten erfahren, wenn sie über die Widerspruchsregelung beraten. Und nicht vergessen, dass die meisten der 30.000 transplantablen Dialysierenden in Deutschland gar nicht erst gelistet werden.

→ Netzwerktreffen des DIATRA-Verlags mit Sabine Dittmar


Mehr Organe – aber weiterhin zu wenige

Von Januar bis August wurden in Deutschland 662 postmortale Organspender:innen registriert, nach 641 im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der postmortal gespendeten Organe stieg von 1.541 auf 1.635.

Im Eurotransplant-Verbund lagen die Spenderzahlen dagegen leicht unter dem Vorjahr. Und der August fiel in Deutschland deutlich schwächer aus als im Vorjahresmonat.

Ende August warteten in Deutschland 7.831 Menschen offiziell auf ein Spenderorgan. Diese Zahl bildet den tatsächlichen Bedarf allerdings nur teilweise ab. Rund 100.000 Menschen leben mit einer Dialysebehandlung, etwa 6.500 stehen auf der Warteliste für eine Niere. Fachleute halten rund 30.000 Dialysepatient:innen grundsätzlich für transplantabel.

→ Transplantation, Organspende, Warteliste: Januar bis August 2026


Nierenerkrankungen bleiben oft zu lange unentdeckt

Mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer chronischen Nierenerkrankung. Viele wissen davon lange nichts. Regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen sind deshalb besonders bei Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig.

→ Chronische Nierenerkrankung: Erkennen, bevor es zu spät ist


Was im Alltag für Kinder und Jugendliche zählt

Ein Arzttermin in der Mathearbeit, Medikamente beim Schulausflug, zu wenig Kraft für den Sport: Für Kinder und Jugendliche mit chronischer Nierenerkrankung gehören solche Situationen zum Alltag.

Gute Versorgung muss deshalb mehr im Blick haben als Laborwerte.

→ Nierenkrank – und trotzdem mittendrin


Nephrologie: Das Problem mit der Ruhe vor dem Sturm

Chronische Nierenerkrankungen haben eine ziemlich fiese Eigenart: Sie haben oft über lange Zeit hinweg keine spürbaren Auswirkungen.

Viele Betroffene fühlen sich gesund, obwohl ihre Nieren bereits geschädigt sind. Laut der European Renal Association (ERA) leben in Europa mehr als 93 Millionen Erwachsene mit einer chronischen Nierenerkrankung. Rund 30 Prozent der Fälle bleiben unerkannt.

Für die Früherkennung sind vor allem zwei Werte wichtig: die eGFR und Albumin im Urin. Besonders bei Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Adipositas sollte genauer hingeschaut werden.

Denn je früher eine Nierenschädigung entdeckt wird, desto früher kann sie behandelt werden.

Eigentlich ist das keine besonders komplizierte Idee. Man muss die Untersuchungen nur durchführen.

→ Chronische Nierenerkrankung: Erkennen, bevor es zu spät ist


Noch drei weitere interessante Beiträge

Politische Behauptungen, falsche Vergleiche und eine Geschichte aus Lwiw:

→ Herr Sichert, Spanien ist kein sozialistischer Staat
Martin Sichert setzt die Widerspruchsregelung mit sozialistischen und kommunistischen Systemen gleich. Ein Blick nach Spanien und Österreich zeigt, wie wenig dieser Vergleich trägt.

→ Organspende: Pilsingers falscher Schluss
Die Widerspruchsregelung ist kein Allheilmittel. Warum der Vergleich mit der Corona-Impfpflicht trotzdem nicht weiterhilft.

→ Ukraine: Spenderfamilie trifft Herzempfänger
In Lwiw treffen die Eltern einer zehnjährigen Organspenderin den zwölfjährigen Jungen, der mit dem Herzen ihrer Tochter lebt.

Wir wünschen Euch gute Lektüre 

Herzliche Grüße

Eure DIATRA-Redaktion


Was fehlt Euch?

Welche Themen sollten im nächsten DIATRA-Kompass häufiger vorkommen? Was interessiert Euch – und was fehlt Euch bisher?

Schreibt uns gern, was Euch interessiert, fehlt oder nervt: redaktion@diatra.de

Viele Grüße

Eure DIATRA-Redaktion


Ein Zeichen für die Organ- und Gewebespende

Ein Zeichen ersetzt kein Gespräch. Es kann aber eines in Gang bringen.

Das bundesweite Symbol für die Organ- und Gewebespende wurde 2022 auf Initiative des DIATRA-Verlags und mit Unterstützung der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG) entwickelt. Es darf für nichtkommerzielle Zwecke frei verwendet werden – in Praxen, Kliniken, Selbsthilfegruppen und Schulen, bei Veranstaltungen oder als Tattoo, Aufkleber und T-Shirt-Aufdruck.

→ Symbol ansehen und nutzen

→ Grafikdateien zum Symbol anfragen

bundesweites Symbol für Organ- und Gewebespende

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